Neuanfang
im Spätsommer 2005
Grundlegendes....
Nach
meinem Crash mit dem Polo stand vieles in Frage, nur eines nicht & zwar, ob
die Maschine wieder aufgebaut werden soll. Darin bestanden nie die
geringsten Zweifel & so machte ich mich nur zwei Tage nach dem Crash auf die
Suche nach Rahmen, Gabeln & allem anderen, was ich noch brauchte. Dank des
Shadowforums habe ich schnell Kontakt zu anderen
Shadowtreibern bekommen, die mich
herzlich aufnahmen & mir sehr schnell geholfen haben. An dieser Stelle also
noch mal ein DANKE an alle "aus dem besten Forum wo gibt!!"
Im Wandel
der Zeit:
Der
Rahmen des neuen Bikes lag jetzt schon Wochen in meiner Halle & auch so
manch anderes Teil lag schon bereit. Ganz wichtig zu erwähnen, dass auch die
Maschine darauf wartete endlich zerlegt zu werden, doch durch meinen
gebrochenen Arm kam ich Anfangs nicht einen Schritt vorwärts. Durch
meine täglichen Besuche im Shadow-Forum fand ich erstmal die Ablenkung, die
ich brauchte. Nach einigen Wochen stand für mich fest, eine Avus Galaxy wie
vorher wird es nicht geben. Wie genau ich sie neu aufbauen wollte, wusste
ich selber noch nicht genau. Zu viele Ideen kreisten in meinem Kopf, so dass
diese niemals an nur einem Bike umgesetzt werden könnten. Der Stil
allerdings sollte beibehalten werden, breit, flach & fett. Nach mehreren
Besuchen der Galerie im Forum freundete ich mich immer mehr mit dem
mitschwingendem Heck, dem so genannten "BobberStyle" an. ... doch dazu
weiter unten mehr.
Neues
Heim, neues Glück?
Unsere
Bastelhalle war an & für sich ein super Teil, jedoch gab es einen Haken. Wir
waren nur inoffiziell Mieter. Unser Vermieter suchte wie verrückt eine
Gelegenheit einen gewerblichen Mieter zu bekommen, der ihm natürlich auch
richtig fett Miete zahlen konnte. Dadurch war bei uns immer großes Bangen
angesagt, denn wir könnten jeden Tag rausfliegen. Doch eines Tages kam ein
Kumpel an und sagte, dass er & die anderen "Bad
Boy's" (selbst Autotuner & gute Freunde von uns) eine neue
Schrauberhalle gefunden hätten, aber sie noch zwei Mitmieter gebrauchen
könnten. Einen Tag später fuhren wir los, um uns das gute Stück mal
anzusehen. Gute Lage, von der Hauptstraße nicht einsehbar & Industriegebiet.
"Lärm könnt ihr ruhig machen, das stört nicht" sagte der neue Vermieter. &
da der gute Mann langfristige Mieter suchte, schlugen wir zu. Zusammen mit
den "
Bad
Boy's" zogen wir also ein.
Schnell organisierten wir Isolierungsmaterial, Tische, Kühlschrank usw.. Der
Kühlschrank hatte übrigens Priorität 1(wer mag schon warmes Bier?). Als Nr. 2 folgte
ein Sofa.
Komm' ich heut
nicht.....
Die neue Bleibe war
also gesichert & ich konnte es nicht mehr abwarten loszulegen. Doch alles
schien sich endlos hinzuziehen & es juckte dermaßen in den Fingern, dass ich
tagelang nur noch im Netz nach Teilen für meinen Neuaufbau suchte. Etliche
Listen mit Teilen, Preisen usw. habe ich erstellt. Immer wieder
durchgerechnet & nachkalkuliert. Doch machen konnte ich..... immer noch
nichts. Wie gelähmt kam ich mir teilweise vor. Aus langer weile begann ich
einen neuen Namen für mein neues Projekt zu suchen. Hierbei besann ich mich
auf die Anfänge zurück, als ich vorhatte ein Bike mit boshafter, dunkler
Optik zu bauen. So entstand schon damals
im
Hinterkopf der Gedanke
zur
Dark
Symphony.
Der
Projektname war gefunden.
Auf
die Plätze, fertig.....LOS!
Der Crash war nun
6 Wochen her
& ich durfte endlich den Gips abnehmen. Das Handgelenk hat gerade am
Anfang noch sehr geschmerzt & war nicht ein bisschen belastbar. Nach einigen
Tagen konnte ich schon schmerzfrei wieder ne Bierpulle halten. Geht doch,
langsam aber sicher geht`s bergauf. Noch ein paar Tage später war ich
soweit, dass ich schon vorsichtig die Flex halten konnte. Das wurde ja auch
langsam Zeit, denn am Rahmen gab es viel zu tun. Das Projekt
Dark
Symphony
konnte nun für mich also
auch praktisch beginnen. Nachdem wir auch die Überführungsfahrt ins neue
Heim hinter uns gebracht hatten, konnte ich nun auch endlich beginnen, die
Karre zu demontieren.
Aller
Anfang.....
Anfangs war alles noch sehr chaotisch, da wir noch
keine Regale & son Zeug hatten. Und direkt nach dem Einzug wurde uns
mitgeteilt, dass die anderen schon wieder gekündigt hatten & wir somit auch
schon wieder praktisch mit dem ganzen Geraffel auf der Straße saßen. Doch
mit mal wieder mehr Glück als Verstand haben wir auch diese Hürde genommen &
konnten im neuen Domizil bleiben. Ich begann also den neuen Rahmen vorzubereiten, sodass dieser
als erstes wieder zum schweißen & anschließend zum beschichten gehen könnte.
Mühlen
der Justiz
Zwischendurch erhielt
ich immer wieder mal Post von meinem Rechtsanwalt. Und während ich
gedanklich schon wieder voll mit dem Neuaufbau beschäftigt war, fiel der
große Hammer. Die gegnerische Versicherung wollte mir die Überreste meiner
Karre für lumpige 990 Euro abkaufen. Das heißt eher gesagt, ich sollte sie
über die Versicherung an einen Unfall-Händler verticken. Und würde ich dem
nicht zustimmen, würde mir dieser Betrag zzgl. Anmeldegebühren & schnick &
schnack (jetzt schon 1201 Euro) abziehen. Das Schlimme an der Sache ist nur,
dass die Versicherung das ganz legal tun kann. Diese seltsame Summe wurde
übrigens im Netz bei Auto online ermittelt. So ein Blödsinn, die Karre ist
doch trotz allem viel mehr wert, die Arschlöcher haben ja keine Ahnung.
Das
ganze wird allerdings hinfällig, wenn die Karre nach Erstellung des
Gutachtens verkauft worden ist........ohne Worte ;)
Letztendlich Frage
ich mich auch: wieso wieder Anmeldegebühren???? ist doch ein Totalschaden,
der Rahmen darf doch nicht mehr gefahren, bzw. angemeldet werden!!!???? In
diesem Sinne noch mal mein Gruß an die Concordia Versicherung:
FICKT EUCH!
Weiter
geht´s ....
Unter
dem Motto, "ich scheiß auf euch!!!" ließ ich die Versicherung dann wieder
Versicherung sein & kümmerte mich weiter um meinen SCHATZ.
Die für den Rahmenumbau benötigten Teile drehte & fräste ich nach Feierabend
in meiner Firma. Alles lief plötzlich wie am Schnürchen. Das Schicksal
schien es endlich mal gut mit mir zu meinen. Naja, kurz darauf
überkam mich der nächste Schreck. Als ich eines abends schön dabei war
meinen Rahmen für die Schweißarbeiten vorzubereiten, fiel mir auf, dass die
hintere Strebe auf der rechten Seite irgendwie optisch nicht zu der Strebe
passte, die in meinem alten Rahmen war. Zuerst sah es so aus, als hätte
jemand ein altes Stück Restrohr hineingebraten, nach etwas anschleifen &
prokeln sah es dann eher wie ein eingeklebtes Reststück aus. Und eine
bröselige rote Substanz platzte mir entgegen. Mein Herz rutschte in
Rekordzeit in meine Hose. Scheiße dachte ich, da biste beim Kauf total
beschissen worden. Du Idiot hast nen kaputten Rahmen gekauft, um einen
kaputten Rahmen zu ersetzen. Schöne Scheiße!!!!Nachdem die Hose trocken &
wieder gelüftet war, sah ich genauer hin
& nach weiterem abschleifen stellte ich fest, dass die Soziusrasten so
unprofessionell entfernt worden waren, dass der Künstler einfach eine halbe
Tonne Modelliermasse auf den Rahmen geschmiert hatte. Glück gehabt!!!! Hat
zwar ein Weilchen gedauert, bis ich alles wieder "schön" zurecht geschliffen
hatte, doch war wenigstens alles mit dem Rahmen in Ordnung.
Feuer
& Flamme....
Endlich
war alles für die Schweißarbeiten vorbereitet & ich konnte es kaum erwarten,
zu der Schlosserei meines Vertrauen zu fahren, um alle Rahmenarbeiten
abschließen zu können. Wie immer für Lau wurden mir die Buchsen, der
Lenkanschlag & die Seitenständergrundplatte angeschweißt. Im grellen Schein
des Feuers nahm der Rahmen Stück für Stück die gleiche Gestalt an, wie mein
erster Rahmen. Das alles wie beim ersten mal, schnell & sauber (hier nochmals
Dankeschön!). Bevor der Rahmen jetzt zum Beschichten gehen sollte, bohrte
ich noch die Kabeldurchführung für den Seitenständerschalter in den Rahmen &
vergrößerte die Federbeinaufnahmebohrungen von 10,5mm auf 12,5mm. Zum
Schluss schlug ich noch die Lenkkopflagerschalten aus, da diese später durch
Kegelrollenlager ersetzt werden sollten. Dann hieß es vorerst Abschied
nehmen, denn der Rahmen ging auf die lange Reise zum Pulverbeschichten.
Gleichzeitig ging auch der Tank auf Reisen. Er musste ja ausgebeult & die
Undichtigkeit beseitigt werden.
Nich
lang snacken....!
Nachdem
der Rahmen geschweißt & beim Beschichter war, widmeten Torsten & ich uns
dann erst einmal wieder dem weiteren Ausbau unserer neuen Werkstatt.
Werkbänke wurden eingeräumt, Schraubenregale an der Wand montiert & die
Betriebsmittel ordentlich sortiert. Inzwischen war auch wieder ein wenig
Geld da, welches ich gleich bei Gerd von
SL- Custombike anlegte. So
orderte ich also gleich wieder die fette Gabelbrücke, nen neuen Auspuff
(KO2), neue Riser( 2"), nen Flyer Boy Lenker, einen neuen Kellermannblinker
& progressive Gabelfedern von Wilbers. Nun wieder Pleite, aber glücklich,
begann ich dann auch die neuen Gabelfedern zu zerlegen & für das Verchromen
vorzubereiten. Ebenfalls zerlegte ich den neuen Bremssattel, um ihn für die
Lackierarbeiten vorzubereiten. Den alten Bremssattel zerlegte ich
ebenfalls & konnte im Gegensatz zur Aussage des Gutachters aber keinen
Schaden, außer den verschliffenen Bremsbelägen feststellen. Kurzerhand
beschloss ich also den alten bereits lackierten & intakten Bremssattel
lediglich zu reinigen & ihm neue Bremsbeläge zu spendieren. Der neue
Bremssattel wurde als Teilespender eingelagert. Der Tank schien das größte
Problem zu sein, da auch unser Schrauber Volker das Leck nicht ausmachen
konnte. Ziemlich ratlos & leicht nervös wandte ich mich erneut an Gerd. Er
sagte nur:" schick ma her, ich mach das schon, kein Problem!". Also packte ich den Tank in einen Karton & er nahm die
lange Reise ins ferne Bayern auf sich. Und weil er eh schon mal da war,
bekam Gerd gleich noch den Auftrag einen Pop-Up-Tankdeckel einzubauen.
Ueberbrückung...
Während ich auf die bei Gerd bestellten Teile &
meinen Tank & Rahmen wartete, begann ich die Reste der Galaxy zu zerlegen.
Alle Teile wurden dann nochmal gereinigt (nach nur 317 km nicht wirklich
nötig, aber was soll´s!). Der Motor sollte ja eigentlich zerlegt & wieder
lackiert werden, doch irgendwie hatte mich die tiefe Winterdepression
erwischt & wochenlang passierte erst einmal gar nichts.
Irgendwann
entschloss ich mich dann doch den Motor wirklich komplett zu zerlegen & zum
Pulverbeschichten zu geben. Die ganze Vorbereitung dafür war eigentlich
nicht soo viel Arbeit, doch wieder einmal überkam mich eine Null-Bock-Phase
& selbst diese Aktion zog sich elendig wie Kaugummi ( & die Story vom
Neuaufbau )dahin. Also gut, der
Motor war schon mal weg, plötzlich gings innerlich auch wieder aufwärts & ich
bereitet schon mal wieder den Bremszylinder, die neuen (frisch verchromten)
Federbeine & etlichen Kleinkram vor. Als wäre ich aus dem Koma erwacht
spürte ich plötzlich wieder diesen Drang, den Bock unbedingt wieder zum
laufen kriegen zu müssen.
Biste Plääet
!?
Wie
schon Anfangs erläutert, hatte ich gleich zu Anfang der Wiederaufbauarbeiten
die Idee zur
Dark
Symphony,
was jetzt noch nicht stimmte, war die Farbe.
Vielleicht hältst Du mich ja für bekloppt, doch der Flip Flop Lack sah zwar
ganz gut aus & war zudem noch perfekt lackiert, trotzdem hatte ich nicht
dieses feeling (ist blöd zu beschreiben), dass das DER LACK für mich ist.
Also kam
es so, wie es kommen musste. Ich fuhr zu Andre, meinem Lackierer, & sagte
ihm, dass ich "schwarz" sehe. "Wie schwarz?" "Naja," sagte
ich, "ich sehe schwarz!"...."nicht wirklich
glücklich über meine Entscheidung sagte er: Mhh, ist deine Entscheidung, was denn
fürn' schwarz?" "Ja wie, was denn für'n schwarz!? Ääähh,
schwarzes schwarz halt!" mehr viel mir dazu nicht ein. "BMW hat ein
schönes schwarz..." sagte Andre dann. "Ok, gekauft!"
erwiderte ich. " Hat auch nen schönen Glitzereffekt in der Sonne" "Nee,
nich son' Scheiß, ich will was ohne Firlefanz!" "Also nur...
schwarz...?" "RICHTIG!!", jetzt war mir klar, dass wir uns
verstehen. "Ja gut...", sagte Andre "...da hab ich die richtige
Farbe für dich.... tief schwarz, heißt sogar auf der Farbkarte so."
Na siehste, geht doch! Nun denn: schmirgel runter den Flip-Flop-Kram
& beeile dich mal ein bisschen!
Inzwischen....
Der
Motor war fertig Pulverbeschichtet & ich konnte die Zylinder- &
Kurbelgehäuseteile endlich abholen. Beim Vorbereiten der Teile für den
Zusammenbau dann der Schock: die Beschichtung bröselt wieder ab! Nach
einigen geplänkel mit dem Beschichter hatte ich dann die Schnauze voll &
entschloss mich den Motor nochmals sandstrahlen zu lassen & anschließend in
die treusorgenden Hände von Andre zu übergeben, um ihn ebenfalls in schwarz
lackieren zu lassen. Die Motorteile waren auch die ersten, die ich vom
lackieren wieder bekommen hatte. So konnten Torsten & ich beginnen alles
wieder zusammenzubauen. Klar sind wir beide Mechaniker mit einiger
Erfahrung, doch hat es uns schon gewundert, dass wir das Getriebe so schnell
& einfach wieder zusammenbekommen haben. Lag wahrscheinlich am Bier! (Danke
KöPi!)
Ruck
zuck!
Der
Motor war endlich komplettiert & so konnten wir losschlagen!
An einem Dienstag nach Feierabend trafen Torsten & ich uns um 16.00 Uhr in
unserer Werkstatt. Am Abend stand die Karre schon wieder auf den eigenen
Reifen & ähnelte etwas, was mal ein Chopper werden würde. Am nächsten Tag
kämpfte Torsten mit der Elektrik (inzwischen gab es 5 verschiedene Stände an
selbst gemalten Schaltplänen) & ich widmete mich den Betriebsflüssigkeiten,
Fußrasten, Auspuff usw. Abends war dann alles geschafft & der große Moment
stand bevor. Natürlich musste beim Startversuch die Batterie trotz
nächtelangem Ladens versagen. Unser Kumpel Klitschlo half mit einer riesigen
PKW- Batterie aus (Danke auch hier noch mal!). Nach vielem blub........blub.......blub
sprang der Motor an & mir lief ein kalter Schatten den Rücken hinunter.
Meine Kleine lebte wieder.
Abschlussarbeiten
Nachdem
ich dann auf dem Garagenhof vor unserer Werkstatt ein vorwärts gefahren war,
stellte sich heraus, dass auch das Getriebe sauberst funktionierte. Wir
machten die Karre also TÜV-fertig, schnallten die Kleine auf einen Anhänger
& machten uns vormittags auf zum Kittelträger. Dem Prüfer gefiel, was er da
sah & scheinbar war er ganz heiß drauf die Proberunde damit zu drehen. Alles
lief perfekt. Er lobte die geleistete Arbeit am Bock & hatte die ganze Zeit
ein wahnsinniges Grinsen im Gesicht. Er fragte nach dem ungefähren
Zeitaufwand unserer Arbeiten & sagte anschließend, die Eintragungen sein
alle kein Problem, der Heckumbau Ok, dann fehlt also nur noch die AU. Gut,
was soll ich dazu erzählen, 4,5 dürfte sie als Co2 Wert haben, 9,9 hat sein
Apparat angezeigt, naja, die Anzeige ging nur bis 9,9.
Jaaa, sagte der nette Mann, da müssen wir uns wohl
noch mal wieder sehen.....
Nach
einem weiteren Versuch gelang es mir schließlich,
die AU zu bestehen (ein falscher Düsensatz im Vergaser war Schuld an der Verzögerung).
Aber
egal, was alles dazwischen gekommen ist....sie läuft wieder!

Wertgutachten
Das Wertgutachten wurde im Jahr 2006 nach dem Wiederaufbau der Dark Symphony
in Celle erstellt. Den Wert werde ich aus gut verständlichen Gründen jedoch
nicht angeben. Also bitte keine e-mails mehr
deswegen!